Hannas Husenstück mit dem Storch Die berühmte Pilotin Hanna Reitsch landete am 26. April 1945 im schwer umkämpften Berlin auf der Ost-West-Achse nahe am Brandenburger Tor. Den Fieseler „Storch“ steuerte Ritter von Greim, der aber kurz vor der Landung verwundet wurde und Hanna (hinter ihm sitzend) musste das Flugzeug dann landen. Beide waren von Rechlin aus nach Gatow geflogen und von dort mit dem Storch gestartet.  Beim ersten Startversuch wurde ihr Flugzeug durch Artillerie beschädigt. Mit einem Ersatzflugzeug gelang der Flug ins Stadtzentrum. Im Bunker der Reichskanzlei beförderte Hitler den Ritter von Greim zum Generalfeldmarschall und ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe. In den ersten Stunden des 29. April startete ein Pilot aus Rechlin mit einer Arado 96 vom Behelfsflugfeld auf der Ost-West-Achse mit den beiden als Passagiere. Wenige Stunden später eroberten die Russen die Straße.      Ich war im April 2025 genau an der Stelle, an welcher der Fieseler Storch abgestellt worden war. Die Bäume sind nicht mehr die von 1945, diese wurden im Winter 1945/46 zu Brennholz verarbeitet. Ein winziges Stück Plexiglas mit einer Stärke von 1,2 bis 1,5 mm habe ich dort gefunden und obwohl es höchst unwahrscheinlich ist, möchte ich klären, ob es von Hannas Storch stammen könnte. Zu erwarten wäre nach 80 Jahren, dass das Plexiglas stark zerkratzt ist und eine dunklere Färbung angenommen hat. Dies ist bei dem Fundstück der Fall...      Ich habe im April mehrere Museen, die einen Storch besitzen, angeschrieben, ob sie mal schauen könnten, welche Stärke die Plexiglasscheiben hinten in der Kabine haben. Aber nach neun Monaten gibt es von nicht einem einzigen Museum eine Antwort!
2 Fotos: Sammlung Uwe W. Jack
Post 034
Der AVIATIK-Blog 
Oben: Zwei historische Fotos von dem zerschossenen Fieseler Storch, der von der Landebahn auf der Ost-West-Achse auf die nördliche Straßenseite zwischen die Bäume geschoben wurde. Links: Dieselbe Stelle im April 2025, Ohne Weitwinkel fotografiert, wirkt die Perspektive näher an der Siegessäule als auf dem Foto von 1945. Unten: Hann Reitsch und der bekannte Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, Ritter von Greim, waren 1945 ein Paar und unzertrennlich. Von Greim wurde von Hitler zum Nachfolger Hermann Görings als Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt. Ritter von Greim beging nach der Kapitulation Sebstmord.
Der erste Generalfeldmarschall der Wehrmacht Ein etwas unscharfes Foto meiner Sammlung konte ich lange nicht einordnen. Es zeigt offensichtlich eine Parade auf einem Flugplatz, die von einem hochrangigen Offizier abgenommen wird. Im Hintergrund ist eindeutig Erhard Milch zu sehen. Er war von 1933 bis 1938 Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums, also der zweite Mann der Luftwaffe nach Hermann Göring. Den General im Vordergrund mit Marschallstab ermittelte ich zu Generalfeldmarschall Werner von Blomberg. Er wurde noch zu Zeiten der Weimarer Republik zum Reichswehrminister ernannt. Er galt damals als Hitler-kritisch, eine Haltung, die er später immer mehr ablegte. 1936 wurde von Blomberg als erster Soldat unter Hitler zum Generalfeldmarschall ernannt. Da die Dornier Do 23 im Hintergrund die alte Zahlen-Kennzeichnung trägt, dürfte das Foto nicht nach dem September 1937 entstanden sein. Der Kleidung nach war es an diesem Tag eher kühl. Ich würde also auf den “Tag der Luftwaffe” am 21. April 1937 tippen.
Post 033
Foto: Sammlung Uwe W. Jack
Farbenfrohe Focke Wulf Fw 190 Schon immer haben Flugzeugführer von Luftstreitkräften gerne erbeutete Feindflugzeuge geflogen, um sich ein Bild von ihren Gegnern im Luftkampf zu machen. Nicht immer geschah diese “Testfliegerei” mit Billigung von oben. Offiziell wurden erbeutete Flugzeug an technische Einheiten übergeben, die diese Maschinen entweder auf Flugplätzen weit hinter der Front oder sogar im Heimatland untersuchten und geflogen haben. Hier war man sicher – vor dem Gegnern und vor der eigenen Flak.     Bei den spontanen Testflügen von Einsatzpiloten nahe der Front konnte die eigene Flak aber zur Lebensgefahr werden. Deswegen griffen die Warte zu Farbe und Pinsel um ihre Piloten zu schützen und bemalten diese Beuteflugzeuge sehr farbenfroh, sodass auch ein übermüdeter Flakkanonier nicht an ein Feindflugzeug in der Luft glauben konnte. Leider gibt es von solchen Beutemaschinen nur ein Farbfoto in meiner Sammlung – dies ist aber sehr spektakulär!
Post 032
3 Fotos: U.S. Air Force
Diese erbeutete Focke Wulf Fw 190 trägt einen knallroten Schutzanstrich gegen “friendly fire” der eigenen Flak und eigener Jagdflieger.
Leider ist dieses Foto nur in schwarz/weiß. Es ist aber offensichtlich, dass diese Focke Wulf Fw 190 papageienbunt gestrichen war.
Beim Test in den USA konnte auf farbige Warnsignale verzichtet werden. Diese Fw 190 trägt einen Anstrich, der dem der NAVY-Flugzeuge ähnelt.
Appell mit Staffelhund und Heinkel He 115 Beim Aufbau der Luftwaffe wurde besonderen Wert auf Schwimmerflugzeuge gelegt. Mit Torpedos bewaffnet, sollten sie die Schwäche Deutschlands im Marinebereich - besonders gegenüber der Royal Navy - kompensieren. Als Langstreckenmaschine wurde die Heinkel He 115 entwickelt. Die Ende 1938 begonnene Serienfertigung wurde nach nicht einmal zwei Jahren beendet. Die taktischen Anforderungen in der Seekriegsführung hatten sich geändert. Bis 1944 flogen einige He 115 von Norwegen aus Aufklärungseinsätze gegen Geleitzüge.      Das eine Foto zeigt einen Appell eines Verbandes mit He 115. Neben dem geduldig wartenden Staffelhund sind die Marineangehörigen links in der Reihe beachtenswert. Vermutlich waren diese maritim geschulten Soldaten als Bildauswerter oder sogar als Beobachter an Bord eingesetzt.    Auf dem zweiten Foto mit unbekanntem Aufnahmeort sind gleich sechs He 115 zu sehen. Im Hintergrund findet sich noch eine der seltenen Junkers Ju 52 mit Schwimmern.
Post 031
2 Fotos: Sammlung Uwe W. Jack
Marineangehörige mit ihren schmucken Uniformen neben dem Staffelhund beim Appell eines He 115-Verbandes. Eine Maschine trägt ein Stammkenzeichen, welches mit SO+ beginnt.
Unbekannter Liegeplatz von sechs He 115 und einer Ju 52W.
Kurierflug mit Siebel Si 204 D Mehr als 1200 Exemplare wurden vom beliebten Schul- und Verbindungsflugzeug Siebel Si 204 D gebaut. Es war die Weiterentwicklung des Reiseflugzeugs Si 204 A mit einem Stufenbug. Hier besteigen gerade ein Kurier mit Aktentasche und ein Besatzungsmitglied mit dem Fallschirm über der Schulter eine Maschine. Obwohl der Boden regennaß ist, scheinen die feinen Linien auf dem Foto keine fallenden Regentropfen zu sein, sondern vielmehr vom Entwicklungsprozeß des Bildes zu stammen.
Post 030
Foto: Sammlung Uwe W. Jack
Vorbereitungen zu einem Kurierflug mit der Siebel Si 204 D. Die Serie wurde in Lizenz in Frankreich und in Tschechien gebaut.
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Links: Die wahrscheinliche Flugroute des Fieseler Storchs, von der Plattform der Siegessäule aus in Richtung Brandenburger Tor gesehen. Oben: Die Siegessäule ist heute ein Touristenmagnet.
Links oben: Die wahrscheinliche Flugroute des Fieseler Storchs,auf einer Karte des Tiergartens eingetragen. Oben: Die Eingänge zu den unterirdischen Gängen zur Siegessäule tragen noch heute die Kampfspuren der Endkämpfe vom April 1945.
Links: Bei der Begehung im April 2025 fand ich dieses Stück Plexiglas genau an der Position, an welcher der Storch abgestellt worden war. Wenn es tatsächlich von Hannas Storch stammen sollte, wäre es das einzige erhaltene Objekt dieses einmaligen fliegerischen Husarenstücks.
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