BuchClub 
Bücher über Themen der Deutschen Luftwaffe gibt es unendlich viele. Aber nicht alle haben sich aus meiner Einschätzung über die Jahre auch als nützlich erwiesen. Deswegen erlaube ich mir einige Bücher zu empfehlen, die aus der Menge herausragen.      Ich bin mir bewußt, dass jüngere Lesers etliche dieser Bücher nicht kennen werden. Deswegen ist es umso wichtiger, an einige Standardwerke zu erinnern. Sehr viele davon sind ältere aber lohnende Jahrgänge, die sicher über Internet-Börsen mit Kleinanzeigen, Internetseiten von Antiquariaten oder direkt bei einem Antiquariat-Geschäft in der Nähe zu besorgen sind. Noch einmal sei betont: Es handelt sich um meine persönliche Auswahl. Uwe W. Jack
Manfred Boehme Jagdgeschwader 7 1983 291 Seiten, zahlreiche Abbildungen 155 x 235 mm Den 2026 verstorbenen Autor habe ich bei den Recherchen zu diesem Buch im Deutschen Museum kennengelernt. Von seiner Ernsthaftigkeit und seinem fundierten Wissen war ich beeindruckt.    Das spiegelt sich in diesem Buch, dass bis heute als Standard für das JG 7 und die Vorläufer, das EKdo 262 und das Kommando Nowotny gilt. Auch die technische Seite der schwierigen Entwicklung der Me 262 wird ausführlich dargestellt.    Wenn Motorbuch wiedereinmal dieses frühe Buch neu auflegt - unbedingt zugreifen!
H. R. Everette Unmanned Systems of World Wars I and II 2015 757 Seiten, viele Abbildungen 205 x 260 mm In Englischer Sprache Wenn heute der Begrif “Drohne” in aller Munde ist, mag man kaum glauben, dass die Geschichte von unbemannt gesteuerten Fahrzeugen zu Wasser, zu Land und in der Luft schon um das Jahr 1850 begann. Everett hat eine unglaubliche Zahl von Erfindungen, Prototypen und Einsatzmustern zusammengetragen.     Wer sich etwa mit den deutschen Flugkörpern des Zweiten Weltkriegs befasst, wird erstaunt sein, wie viel von der Steuerlogik schon zuvor weltweit durchdacht wurde.     Dieses Buch ist eine Schatzkammer für alle, die sich mit Flugkörpern oder Torpedos befassen!
Dieter K. Huzel Von Peenemünde nach Canaveral 1967/2006 304 Seiten, einige Abbildungen 140 x 200 mm Über Wernher von Braun ist viel geschrieben worden. Hier meldete sich aber ein Mitstreiter zu Wort, der die Zeit von Peenemünde und den Übergang in die USA an der Seite von Brauns selbst erlebt hat.     Als enger Mitarbeiter hatte Huzel Einblicke, die fast alle anderen Autoren zu von Braun nicht erlangen konnten - und er hat Ahnung von der Raketentechnik!     Da es ja auch seine eigene Lebensgeschichte ist, die Huzel hier schildert, muss man eine gewisse Romatisierung voraussetzen. Aber vor allem die kleinen Details des Lebens und Forschens in Peenemünde kann kein anderer so kompetent schildern.
Jörg Friedrich Der Brand 2002 592 Seiten, ohne Abbildungen 145 x 220 mm Jörg Friedrich hat den Mut aufgebracht, als Deutscher eine umfangreiche Darstellung des Bombenkrieges gegen die Städte, also gegen Zivilisten, anzustreben. Unaufgeregt analysiert er die Entstehung dieses speziellen Luftkrieges und schildert vor allem die Auswirkungen auf die Menschen in den Städten.    Bisher waren solche Analysen mit einer um Fairnis bemühten Schilderung nur aus England bekannt. Friedrich sieht sich nicht als Richter über die Motive der alliierten Luftwaffen, er überlässt die Wertung dem Leser. Seine Schilderungen sind erschütternd und zeigen Beziehungen zu vielen anderen Bereichen im Krieg und dem Leben in deutschen Städten auf. Es ist eine Anregung zum Nachdenken.
Axel Urbanke Mit Fw 190 D-9 im Einsatz 1998 480 Seiten, zahlreiche Abbildungen 210 x 300 mm Axel Urbanke braucht man nicht extra vorzustellen. Wer sich mit der deutschen Jagdfliegerei im Zweiten Weltkrieg befasst, ist schon oft über seine Werke gestolpert. Dieses Buch zur Geschichte der III/JG 54 in den letzten Kriegsmonaten hat für mich besonderes Gewicht. Mit zwei ehemaligen Piloten dieser Einheit habe ich das Buch durchgeblättert und mir bestätigen lassen, wie treffsicher Urbanke hier schreibt. Bei den vielen Fotos standen den Ehemaligen oft die Tränen in den Augen.     Urbanke zitiert viele Tagebücher und Einsatzberichte und bring viele Fotos der Piloten der III/JG 54. So nimmt der Luftkrieg ein persönliches Gesicht an. Die technische Entwicklung der “Dora” wird nebenbei abgehandelt, es ist aber keine Typengeschichte - aber unglaublich wertvoll darin, den Luftkrieg zu verstehen.
Mano Ziegler Raketenjäger Me 163 1961/2015 239 Seiten, zahlreiche Abbildungen 145 x 235 mm Nicht viele Piloten haben den Raketenjäger Me 163 geflogen - und noch weniger haben dies überlebt. Ziegler hat seine Erlebnisse als Versuchspilot und Einsatzpilot beim JG 400 schon frühzeitig zu Papier gebracht. Kaum 15 Jahre nach Kriegsende galt noch eine andere “Schreibe” als heute. Mehr auf den persönlichen Blickwinkel und auf Sensationen bedacht, kann uns Ziegler dennoch eine Menge zum Fliegen mit der Me 163 erzählen. Von den ehemaligen Me163- Piloten, die ich kannte, hatte jeder den “Mano” im Regal stehen.     Auch wenn der Motorbuch-Verlag jeden Reprint als “1. Auflage” verkaufen will - es ist ein Stück Geschichte, der Luftfahrt und der Berichterstattung darüber, das man dort erwerben kann und unbedingt sollte.
Diese Reihe wird fortgesetzt 
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